Prophezeiungen
Eine esoterische Deutung des
Phänomens
von Elias Erdmann
Teil 2
e-Mail: elias.erdmann@gmx.de
Homepage: http://www.elias-erdmann.tk/
Der Zyklus der Seele – Die Entschlüsselung der wichtigsten visionären
Motive
Viele der typischen, visionären Motive beschreiben Stationen vom „Zyklus der Seele“, die sich von der geistigen Welt trennt, den Weg durch die materielle Welt antritt, Erfahrungen sammelt, reift und schließlich wieder in die geistige Welt zurück kehrt. Eine wirkliche Kurzform vom Zyklus der Seele finden wir in der Bibel im Gleichnis vom verlorenen Sohn: Der Sohn (das Bewusstsein) trennt sich vom Vater (Gott/Geist), geht durch die Welt, um sich schließlich wieder mit ihm zu vereinen. Damit ist der Kreis geschlossen. Diese Grundbotschaft vom Zyklus der Seele ist der Kern vieler Offenbarungen und Visionen und begegnet uns daher auch in vielen anderen biblischen und mythischen Motiven (z.B. als Aussaat und Ernte). Dieser neue Interpretationsansatz erklärt auch, warum die gleiche Information seit Jahrhunderten immer wieder offenbart wurde, aber trotzdem bislang in der materiellen Welt noch nicht eingetreten ist.
Es geht nämlich gar nicht darum, dass irgendwann hier ein Hochgestellter stirbt, sondern wir selbst sind der Hochgestellte, in dem das Wissen über die höherer Wirklichkeit gestorben ist. Ebenso geht es nicht darum, dass sich irgendwann die Sonne drei Tage verfinstern wird, sondern wir durchleben hier in der Materie bereits diese Verfinsterung um des Geistes willen. Auch geht es nicht darum, dass irgendwann tatsächlich brennende Stücke aus dem Weltraum auf die Erde fallen, sondern der Funke der Inspiration fällt bereits in unsere Welt. Und schließlich brauchen wir uns auch nicht vor den Folgen des Polsprungs zu fürchten, wenn dieser in uns stattfindet. Und vermutlich wird auch das Goldene Zeitalter wohl nicht in der materiellen Welt ausbrechen.
Dennoch könnte es natürlich passieren, dass sich all diese Ereignisse auch irgendwann in der „Materie“ offenbaren, also physische Realität werden. Da diese Motive aber bereits seit Jahrtausenden in ähnlicher Form in Visionen offenbart werden, gibt es keinen Grund, das physische Eintreffen der „physischen“ Offenbarung ausgerechnet für unsere Lebenszeit anzunehmen.
Der „Tod“ auf der
geistigen Ebene
Der Zyklus der Seele beginnt in der „geistigen Welt“. Auf dieser Ebene sind wir noch mit dem universellen Geist bzw. mit Gott vereint. Mit der Individualisierung beginnt ein „Abspaltungsprozess“ und wir gewinnen Eigenständigkeit. Wir sind aber nach der Abspaltung noch ziemlich unselbständige „Gottessöhne“. Daher werden wir in die materielle Welt geschickt, um dort Erfahrungen zu sammeln. Das Wissen um unsere Herkunft wird hierbei aber gezielt ausgeschaltet, weil wir mit diesem Wissen die materielle Welt nicht mehr so richtig ernst nehmen würden und auch keine neuen Erfahrungen sammeln könnten. Dieses „Ausschalten“ des Wissens in uns ist wie ein Tod. Wir sind nun nicht mehr der „hochgestellte Gottessohn“, sondern einfach nur ein Mensch. Dieser „Tod“ in der geistigen Welt bringt uns in die materielle Welt. Das ist also ziemlich exakt das Gegenteil von dem was wir hier in der materiellen Welt als Tod empfinden. Dieser Punkt ist für das Verständnis der Todes-Symbolik äußerst wichtig, denn hier kommt es immer wieder zu Missverständnissen.
Dieses Motiv vom „Tod des Hochgestellten“ offenbart uns die Antwort auf die Frage: Wer bin ich und wo komme ich her? Wir sind Kinder Gottes, die in der materiellen Welt durch die Schule des Lebens gehen. Aber bis so ein mythisches Motiv bis ins Tagesbewusstsein dringt, wird es natürlich ergänzt und vermengt mit vielen anderen Dingen, die uns sonst auch noch so durch den Kopf schwirren. Und damit wird es leider auch bis zur Unkenntlichkeit entstellt.
Das „Versinken im
Wasser“
Der Weg in die Materie – also die Erste Hälfte vom Zyklus der Seele - begegnet uns zum Beispiel symbolisch verschlüsselt
- in der Vertreibung aus dem Paradies
- im Fall bzw. Sturz der Engel
- in der Sintflut
- in der Ahnenreihe Abraham, Isaak, Jakob
- in der Aussetzung von Moses im Nil
- mit dem Einzug von Jesus in Jerusalem
- in der Tötung des Stiers im Mithras-Kult
- im Untergang von Atlantis
- im Sturz durch den Brunnen bei Frau Holle
- ...
Häufig geht dieser Weg in die materielle Welt durch ein „Wasser“. Das ergibt sich aus dem symbolischen 3-Ebenen-Schema:
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Luft – geistige Welt |
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Wasser – seelische Welt |
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Erde – materielle Welt |
Die drei Stufen „Luft, Wasser und Erde“ stehen für drei Realitätsebenen, die sich durch einen unterschiedlichem Grad an „Dichte“ unterscheiden. Dabei ist mit Luft nicht die „physische Luft“ gemeint, die uns hier in der materiellen Welt umgibt und ebenso mit Wasser auch nicht das „physische Wasser“. Sowohl die physische Luft als auch das physische Wasser sind Dinge der materiellen Welt und sind somit in der Schicht, die durch das Element „Erde“ gekennzeichnet wird. Man kann die Ebene der Luft eher als eine „geplante“ Welt betrachten, die wie die Luft noch nicht greifbar ist. Die Ebene des Wassers entspricht dementsprechend der „entstehenden“ Welt. Wasser ist schon etwas greifbarer als Luft. Auf der Ebene der Erde werden die Dinge schließlich in materieller Form real erfahrbar.
Diese Wasser-Symbolik kommt in vielen Kulturen vor und ist keinesfalls auf das Christentum beschränkt. So ist es auch ein Fährmann, der in der griechischen Mythologie die Seelen in die andere Welt bringt. Entsprechend führt der Weg zurück von der materiellen Welt in die geistige Welt auch durch das Wasser (z.B. Moses durchquert das Meer). Im alten Rom bezeichnete man die Priester als „Pontifex“, was wörtlich „Brückenmacher“ bedeutet, denn der Priester baut den Menschen eine Art Brücke über das Wasser in die andere Wirklichkeit. Auch die Taufe dürfte ihren Ursprung in dieser Symbolik haben.
In meinen Bildern sah ich oftmals „Überschwemmungen“. Mich wunderte jedoch, dass das Wasser so extrem klar war – fast unsichtbar. Bei realen Überschwemmungen würde man doch eher eine bräunliche Dreckbrühe erwarten. Und was noch mehr verblüffte: In diesem Wasser konnte man leben und sogar atmen. Es waren manchmal solche absurd wirkenden Details, die mich dazu brachten, diese Bilder anders zu interpretieren – also nicht als Naturkatastrophen, sondern als Blicke in eine andere Wirklichkeit.
Die drei Säulen von
Oben (=Osten)
Das „göttliche Wirken“ in der Materie wird in der Symbolik häufig mit drei Säulen dargestellt, die von der geistigen Welt in die materielle Welt reichen, also von oben nach unten. Auch die Idee der „Dreifaltigkeit“ hat hier ihren Ursprung: der Vater hat den Willen, der Sohn wirkt in der Welt und der Geist hat das Wissen. In der Symbolik vom kabbalistischen Lebensbaum liegen außen die Säulen der Gnade und der Strenge und es gibt eine weitere Säule in der Mitte. Auch in der Symbolik vom Dreifachkreuz gibt es diese drei Haupt-Säulen in ähnlicher Form. Bis ins ausgehende Mittelalter wurden Karten „geostet“. Osten war damals also oben. So sagen wir heute noch immer „orientieren“, worin das Wort „Orient“ steckt (sole oriente = Sonnenaufgang). Damit haben wir das Motiv der drei Säulen von Osten (=Oben), die in der Prophezeiungsliteratur üblicherweise als „drei Heersäulen eines russischen Angriffs“ interpretiert werden.
Die drei finsteren
Tage
Allgemein wird in einer vereinfachten Polarität der Geist durch die Zahl „Drei“ und durch Licht symbolisiert und die Materie durch „Vier“ und Finsternis. Bei unserem Weg durch das „finstere Tal“ der Materie ist schließlich das Wissen um die höhere Wirklichkeit verdunkelt.
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Geist |
Materie |
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Licht |
Finsternis |
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3 |
4 |
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Leben |
Tod |
Die Drei in Kombination mit Tod und Finsternis bezieht sich oftmals auf den „geistigen Aspekt“ unserer materiellen Existenz. Die „Drei“ ist dabei also nicht als Mengenangabe zu verstehen, sondern als ein symbolischer Hinweis auf den „Geist“. Man ist also in der Materie um des Geistes Willen. Dieses Symbol offenbart uns die Antwort auf die Frage nach dem Sinn des Lebens: Warum sind wir hier? Um hier zu lernen und geistig zu reifen.
Diese Kombination finden wir z.B.
- dreitägige Finsternis bei Moses
- dreistündige Sonnenfinsternis bei der Kreuzigung
- drei Tage im Grab (Karfreitag bis Ostersonntag)
- Weihnachten ist drei Tage nach dem dunkelsten Tag (Wintersonnenwende = 21. Dezember)
Nach den 3 Säulen aus dem Osten und den 3 Tagen Finsternis wird uns die „Drei“ am Ende noch in den 3 Kronen wieder begegnen, wenn wir nach unserem Ausflug in die Materie wieder in die geistige Ebene vorstoßen.
Der Sternenfall
Durch die „Verfinsterung“, die sich wie ein Vorhang über unser Bewusstsein legt, fallen immer wieder die „Gedankenblitze“ der Inspiration in unsere Welt, was in den Visionen häufig als „Sternenfall“ interpretiert wird.
Der Polsprung
Die materielle Welt in der wir leben, ist wie ein Spiegelbild der geistigen Welt an einer waagerechten Mittellinie.
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geistige Welt |
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Spiegelung an der Mittellinie |
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materielle Welt |
Darauf weisen z.B. die Smaragdtafeln des Hermes Trismegistos hin: Das Untere ist gleich demjenigen, das Oben ist. Und was Oben ist, ist gleich demjenigen das Unten ist,... Auch die Legende, dass Petrus „kopfüber“ gekreuzigt wurde, geht auf dieses Motiv zurück. Die untere Welt steht sozusagen „auf dem Kopf“. Wenn wir nun von der „unteren“ materiellen Welt wieder in die „obere“ geistige aufsteigen, so ist das wie eine Spiegelung an der Mittellinie nach oben. Dieses geistige Umklappen nach oben begegnet uns in den Visionen als „Polsprung“.
Das warme Klima
Danach wird üblicherweise ein wärmeres Klima beschrieben. Das überrascht nicht, denn auch bei Todesnähe-Erlebnissen wird die andere Wirklichkeit als sommerliche Welt beschrieben. Wir sehen in diesem Motiv also nicht die Zukunft dieses Planeten, sondern die symbolische Beschreibung der Gegenwart in der geistigen Welt.
Die drei Kronen und
das Kreuz am Himmel
Mit dem Aufstieg ist auch die Vision der 3 Kronen verbunden für die 3 Aspekte des Geistes. Damit ist der verlorene Sohn – die Seele - wieder zum universellen Geist zurück gekehrt und der Ausflug durch die Materie ist (vorerst) beendet. Auch das „Kreuz am Himmel“ verweist auf diese 3 Aspekte durch die oberen 3 freien Enden des Kreuzes.